Der Hradschin: Burg über der goldenen Stadt

Wer nach Prag kommt der wird schnell feststellen dass es in der tschechischen Hauptstadt eine Vielzahl an Sehenswürdigkeiten gibt, aber eine dieser Sehenswürdigkeiten sollte man auf gar keinen Fall verpassen und das ist ein Besuch des Hradschins, der Prager Burg hoch über der Moldau.

Die Prager Burg oder der Hradschin ist das eigentliche Wahrzeichen von Prag. Teile der Prager Burg sind schon über 1000 Jahre alt. Die Burg wurde auf einem etwa 70 Meter hohen Hügel erbaut und thront seither stolz und schon von weitem sichtbar über der Innenstadt von Prag. Einst herrschten auf dem Hradschin Könige, heute ist die Prager Burg der Amtssitz des tschechischen Staatspräsidenten.

Die Prager Burg ist wenn man es genau nimmt, ein riesiger Komplex mehrerer unterschiedlicher Gebäude. Es gibt zum Beispiel drei Burghöfe auf denen sich unter anderem auch der St. Veits Dom, die St. Georgs Basilika, einige kleine Kapellen, Wachtürme und noch andere Gebäude befinden, die alle durch kleine, schmale und sehr malerische Gassen miteinander verbunden sind. Die Prager Burg spielte eine sehr wichtige Rolle in der europäischen Geschichte: Hier kam es 1618 zum Prager Fenstersturz und das war bekanntlich der Auslöser für den dreißigjährigen Krieg.

Wer die Prager Burg besucht, fühlt sich wie auf einer Reise durch die unterschiedlichsten Epochen europäischer Baukunst, denn die Burg ist in verschiedenen Baustilen erbaut und auch erweitert worden. So sind zum Beispiel die ältesten Teile der Prager Burg bereits über 1100 Jahre alt, aber nur von der ersten Steinkirche aus dem späten 9. Jahrhundert wurde das Fundament komplett freigelegt. Im 11. Jahrhundert begann in Europa in der Baukunst die Zeit der Romanik. Auch einige Grundmauern des Hradschin aus dieser Zeit sind noch heute fast im Originalzustand erhalten geblieben. Mit dem Bau des im gotischen Stil errichteten Veitsdoms begann man, als die tschechische Hauptstadt im 14. Jahrhundert zu einem Erzbistum wurde. Aber auch noch andere wunderschöne Bauwerke der Prager Burg stammen aus verschiedenen Zeitaltern, wie beispielsweise dem Barock, der Renaissance oder aus dem Neoklassizismus.
Eine Besichtigung der Prager Burg sollte am besten auf dem ersten Burghof beginnen. Die heutigen eher schlichten Gebäude rund um den Ehrenhof ließ die österreichische Kaiserin Maria Theresia in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts errichten. Auch die Fassaden des zweiten Burghofes wurden im 18. Jahrhunderts gestaltet, das Gebäude selbst stammt aber aus dem 16. Jahrhundert. Auf dem zweiten Burghof befindet sich die Heilig-Kreuz-Kapelle. Die im barocken Stil gebaute Kapelle beherbergte lange Zeit den Domschatz. Ein anderer Schatz des zweiten Burghofes ist die Burggalerie, wo sich unter anderem Gemälde von Rubens und Tizian befinden.

Mittelpunkt der Prager Burg ist der Veitsdom. Mit dem Bau des Veitsdoms wurde schon im 10. Jahrhundert begonnen. Als Prag zum Erzbistum wurde, ließ Kaiser Karl IV. 1344 diese prächtige Kathedrale im gotischen Stil errichten. Die Bauarbeiten dauerten fast 600 Jahre! Im Veitsdom wurden Könige gekrönt und hier befindet sich auch die Gruft der böhmischen Herrscher.

Über den Autor
Luca ist seit 5 Jahren auf Weltreise. Die meiste Zeit verbrachte er dabei bisher in Australien und Asien.

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