Der Vatikan: Staat der Päpste

Es heißt, dass alle Wege nach Rom führen, wer aber in Rom ist, der sollte einen Weg nicht vergessen und zwar den Weg zum Vatikan. Der Vatikan ist der kleinste Staat der Welt und ein souveräner Staat in der Stadt mit eigenen Münzen und Briefmarken. Der Vatikan ist der Wohnsitz des Papstes und eine Ansammlung von einzigartigen Gebäuden und Kirchen. Zum Vatikan gehören der Petersplatz und der Petersdom, die vatikanischen Museen und die wunderschöne Sixtinische Kapelle.

Vor dem Petersdom befindet sich der Petersplatz, auf dem der Papst an Hochfesten die Messe vor hunderttausenden von Besuchern und Gläubigen zelebriert. Von einem Balkon in der Mitte der Fassade der Peterskirche erteilt er anschließend auch den berühmten Segen „Urbi et Orbi“. Der Peterplatz ist, wenn man so will der größte nach oben offene Festsaal der katholischen Kirche. Die sogenannten Kolonnaden, die den Platz einsäumen, bestehen aus 248 Säulen und 88 Pfeilern, die in Viererreihen ausgerichtet sind. Auf ihnen stehen wiederum 140 Statuen die Heilige darstellen. Zwischen dem Obelisken und den beiden Brunnen sind im Petersplatz Markierungen eingelassen, von denen aus die vier Säulenreihen wie eine einzige wirken.

An der Stelle, wo der Legende nach der Heilige Petrus bestattet ist, begann Anfang des 4. Jahrhunderts der Bau der ersten Peterskirche als fünfschiffige Basilika die im Jahre 326 von Papst Silvester I. geweiht wurde. Im 15. Jahrhundert hatte die Peterkirche viel von ihrer einstigen Pracht eingebüßt und war baufällig geworden. Es war Papst Nikolaus V. der im Jahr 1452 zu Spenden für den Bau einer neuen Kirche aufrief. Dieser Bau zog sich über 150 Jahre hin und alle bedeutenden Baumeister der Renaissance und des Barock waren daran beteiligt, unter anderem auch Raffael und Michelangelo. In der ersten Kapelle auf der rechten Seite befindet sich einer der bedeutendsten Kunstschätze der Peterskirche, die Pietà von Michelangelo. Mit ihr wurde Michelangelo Buonarotti im Alter von nur 25 Jahren in Rom als Bildhauer berühmt. Direkt unter der prachtvollen Kuppel befindet sich der Hauptaltar genau über dem Grab des Petrus. Vor dem Altar leuchten 95 ewige Lichter, und wenn man sich in die Vertiefung daneben beugt, dann kann man das Petrusgrab sehen.

Die Sixtinische Kapelle stellt eigentlich einen Höhepunkt eines jeden Vatikanbesuchs dar und zeigt das größte Werk Michelangelos. Wer zum ersten Mal die Sixtinische Kapelle betritt, wird wahrscheinlich mit offenem Mund stehen bleiben und man kann nicht aufhören die Fresken an der Decke und oben an den Wänden zu betrachten. An der Stirnwand hat Michelangelo das jüngste Gericht gemalt: Christus setzt ein riesiges Rad von Menschen in Bewegung, dabei werden die Gerechten nach oben in den Himmel gerissen und die Verdammten nach unten in die Hölle geschleudert. Seit 1870 ist die Sixtinische Kapelle der Ort an dem das Konklave, also die Kardinäle zur Papstwahl zusammen kommen.

Über den Autor
Luca ist seit 5 Jahren auf Weltreise. Die meiste Zeit verbrachte er dabei bisher in Australien und Asien.

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