Sie wurde ursprünglich als Grabmal für einen römischen Kaiser gebaut und diente im Laufe der Jahrhunderte aber auch als Wohnsitz und Fluchtburg der Päpste. Heute gehört die Engelsburg in der italienischen Hauptstadt Rom zu einer der historisch bedeutendsten Gemäuer der ewigen Stadt.
Die Engelsburg war ursprünglich die Grabanlage für Kaiser Hadrian, der den Bau in seinen letzten Regierungsjahren für sich seine Familie und für seine Nachfolger in Auftrag gab. Aber es war Kaiser Septimus Severus, der den monumentalen Bau im Jahre 193 nach Christus vollenden ließ.
Als die Germanen auf ihren Eroberungszügen waren und auch Rom in Gefahr geriet, wurde die Engelsburg ein Teil der Stadtbefestigung die Kaiser Aurelian anlegen und ausbauen ließ. Da die Engelsburg eine strategisch günstige Lage hatte, wurde sie zur stärksten Festung von Rom ausgebaut.
Ihren heutigen Namen erhielt das ehemalige Grabmal aber erst im Jahre 590 und zwar von Papst Gregor dem Großen. Dieser hatte eine göttliche Vision, in der ein Engel über dem Mausoleum erschien und dem Papst prophezeite, dass das Ende der damals herrschenden Pest nahe sei. Heute wird diese Legende in Form einer bronzenen Engelsstatue aus dem Jahre 1753 auf der Spitze der Engelsburg dargestellt.
Im Jahre 277 ließ Papst Nikolaus III. die Engelsburg mit dem Vatikan verbinden und zwar durch einen unterirdischen Gang. Wenn es zu bedrohlichen oder auch zu gefährlichen Situationen kam dann suchten die Päpste immer wieder Schutz in der Engelsburg. Zeitweise waren auch die päpstliche Schatzkammer und das Geheimarchiv dort untergebracht. In den 1500 Jahren seiner Geschichte wurde die Engelsburg immer wieder umgewandelt und restauriert und diente unter anderem auch als kriegerischer Schutzwall, als Kaserne und auch als Gefängnis oder zu Repräsentationszwecken.
Im Jahre 1901 wurde sie grundlegend restauriert und als Museum eingerichtet. Heute können Besucher 58 Säle besichtigen, wovon einige reich mit Fresken und Wandmalereien ausgeschmückt sind. Zu sehen gibt es aber auch unter anderem eine Waffensammlung, Modelle zur Baugeschichte und eine Schatzkammer.
Wer die Engelsburg besichtigt der sollte auch der Engelsbrücke Beachtung schenken, denn die Engelsbrücke ist die vielleicht schönste der antiken römischen Brücken. Kaiser Hadrian ließ die Brücke im Jahre 136 als Zugang über den Tiber zu seinem Grabmal errichten. Die mittleren der drei Arkaden sind noch im Originalzustand erhalten geblieben. Die Statuen am Eingang zur Brücke zeigen die Apostel Paulus und Petrus und sie wurden von Papst Clemens VII. Mitte des 16. Jahrhunderts in Auftrag gegeben, ebenso wie die zehn Engelsfiguren die die Leidenswerkzeuge Jesu tragen. Der berühmte Architekt Bernini, der unter anderem auch den Petersplatz baute, entwarf als 17-jähriger die Zeichnungen für die Engelsfiguren, die später von seinen Schülern als Skulpturen fertiggestellt wurden.








